In den Schatten gestellt

 

 

Sie spenden Schatten an heißen Sommertagen und schützen vor Wind und Regen bei Schmuddelwetter: Aus gutem Grund zählen Markisen zu den beliebtesten Extras, die der Zubehörmarkt bietet. Zumal sie sich mit wenigen Handgriffen und entsprechenden Front- und Seitenwänden auch zu einem Markisenzelt ausbauen lassen. Die Alternative zum herkömmlichen Vorzelt?

 

 

Die Auswahl ist gewaltig. Zwar tummeln sich mit Dometic, Fiamma und Thule nur drei nennenswerte Anbieter auf dem Markt – allerdings mit zahlreichen Modellen. Dabei entscheidet schon das Fahrzeug darüber, ob eine Wand- oder eine Dachmarkise geeignet ist. Nur selten hat der Kunde die Wahl.

 

Vor dem Kauf muss sich der Caravaner jedoch zwei Fragen beantworten: Will ich eine Markise mit Kurbel oder mit Motor? Das ist nicht zuletzt eine Frage des Preises und Gewichts: Markisen mit Motor sind teurer und schwerer als Markisen mit Handkurbel.

Bei aufkommendem Wind sorgt ein Sensor dafür, dass die Markise automatisch einfährt. „Allerdings“, das gibt Bernd Kirchner, technischer Leiter bei Fiamma zu bedenken, „wenn ein Gewitter mit Sturmböen schnell aufzieht, ist die Markise mit einer Handkurbel wesentlich schneller eingefahren als mit einem Motor.“

 

 

Nicht nur die Gelenkarme müssen große Belastungen aushalten, auch die Markisentücher sind starken Kräften ausgesetzt. Alle Hersteller fertigen ihre Tücher aus kratzfestem Polyvinylchlorid (PVC) mit fünf Schichten. Anders als die früheren Acryltücher können diese Tücher auch einmal nass aufgerollt werden. Dabei dürfen keine Ästchen auf der Markise liegen, sonst droht ein Loch im Tuch. Damit das Tuch bei Regen nicht durchhängt, werden die Gelenkarme von je zwei Federn gespannt. Wer die Markise als Regenschutz nutzt, senkt einen Stützfuß weiter ab, so entsteht ein Gefälle im Tuch, Wasser läuft ab.

 

Erweiterungen gibt es mittlerweile für fast alle Markisen-Modelle: Einzelne Seiten- und Vorderwände als Sonnen-, Sicht- oder Regenschutz und komplette Vorzelte haben alle Hersteller im Programm. Markisenvorzelte kosten je nach Hersteller und Größe zwischen 500 und 2.000 Euro. Die Vorderteile werden in der Regel in die Kederleiste des Frontprofils eingezogen, die Seitenteile mit Klemmprofilen oder Reißverschlüssen befestigt.

 

Zusätzliche Features wie optionale Spannarme für optimale Tuchspannung und LED-Beleuchtung vervollständigen den Komfort unter der Markise. Auch eine Vorverkabelung für Lautsprecher ist möglich. Fiamma wirbt mit der doppelten Kederschiene im Frontprofil, die es ermöglicht, zusätzlich zu Vorderwand oder Vorzelt Abspannleinen oder Haken zum Aufhängen von Kleidung anzubringen. Dometic preist die PerfectWall 1750 mit integriertem Rollo an. „Doch weniger ist manchmal mehr“, erläutert Gross. „Eine Markise soll in erster Linie Schatten spenden.“

 

Sackmarkisen

 

Etui- oder Sackmarkisen sind für Caravaner eine preiswerte Alternative. Sie sind Wandlungskünstler. Stück für Stück mutieren sie vom simplen Sonnendach zu einem kompletten Teilzelt mit Front und Seitenwänden. Der Aufbau funktioniert meist unkompliziert, ist in null Komma nichts erledigt. Seit geraumer Zeit gibt es auch Systeme, die ganz in die Kederschiene eingezogen werden. Dazu ist ein genaues Umlaufmaß nötig. Vorteil: Keine Gefahr, dass irgendein Fenster verdeckt wird. Und: Die Vorderwandhälften sind in der Regel gegeneinander austauschbar, sodass man die Eingänge wahlweise außen oder innen positionieren kann. Insgesamt bedeutet so ein Vorbau also noch mehr Komfort.

 

Handling: Seitenteile und Front oder Dach werden entweder über Keder miteinander verbunden, mit Reißverschlüssen oder Klettbändern.

 

 

Gleichgültig, für welche Form man sich entscheidet: Das Etui, in dem sich die Markise befindet, wird einmal eingezogen und mit zwei kleinen Schrauben fixiert.

Es bleibt dann endgültig in dieser Position – auch während der Fahrt.